Core Web Vitals verständlich: LCP, INP und CLS ohne Fachchinesisch

Drei Messwerte entscheiden, ob Google eine Seite für schnell hält: Laden, Reagieren, Stillhalten. Was sie bedeuten, wo die Grenzen liegen und warum ein Lighthouse-Wert allein nichts beweist.

3 Min. Lesezeit · Stand

Drei Fragen, drei Werte

Die Core Web Vitals beantworten drei Fragen, die sich jeder Besucher stellt, ohne es zu merken [1]:

  • Lädt es? Der Largest Contentful Paint (LCP) misst, wann das größte sichtbare Element da ist, meist das Titelbild oder die Hauptüberschrift.
  • Reagiert es? Die Interaction to Next Paint (INP) misst, wie schnell die Seite sichtbar auf Klicks, Tippen und Eingaben antwortet. Sie hat im März 2024 den älteren Wert First Input Delay abgelöst [2].
  • Hält es still? Der Cumulative Layout Shift (CLS) misst, wie stark Inhalte beim Laden verrutschen, etwa wenn ein Bild ohne feste Maße alles nach unten schiebt.

Google empfiehlt diese drei Werte für alle Websites und nutzt sie in der Suche [1][5].

Ab wann eine Seite als gut gilt

≤ 2,5 sLCP: bis der größte sichtbare Inhalt geladen ist. [1]
≤ 200 msINP: bis die Seite sichtbar auf eine Eingabe reagiert. [1]
≤ 0,1CLS: so wenig darf sich das Layout beim Laden verschieben. [1]
75 %der Seitenaufrufe müssen die Werte erreichen, Smartphone und Desktop getrennt. [1]

Labor oder echte Besucher

Es gibt zwei Arten zu messen, und sie werden oft verwechselt.

Im Labor misst ein Werkzeug wie Lighthouse die Seite einmal unter festen Bedingungen. Das ist ideal, um vor dem Livegang zu prüfen, ob eine Änderung schadet. INP kann ein Labortest nicht messen, weil niemand klickt; Lighthouse zeigt stattdessen die Total Blocking Time als Ersatz [1].

Im Feld zählen die Werte echter Besucher mit ihren echten Geräten und Netzen. Nur diese Daten zeigen, wie schnell die Seite wirklich ist, und nur sie nutzt Google für die Bewertung [1]. Felddaten gibt es allerdings nur für Seiten mit genügend Besuchern; bei einer neuen oder kleinen Seite bleibt zunächst das Labor.

Was der Lighthouse-Wert eigentlich ist

KriteriumGewicht im Performance-WertWas er misst
Total Blocking Time30 % [3]wie lange JavaScript die Seite blockiert, Ersatz für INP
Largest Contentful Paint25 % [3]wann der größte Inhalt sichtbar ist
Cumulative Layout Shift25 % [3]wie stark das Layout springt
First Contentful Paint10 % [3]wann überhaupt etwas zu sehen ist
Speed Index10 % [3]wie schnell sich die Seite sichtbar füllt

Die Zahlen in eckigen Klammern verweisen auf die Quellenliste am Ende des Artikels.

Warum 100 Punkte nichts beweisen

Der Performance-Wert von Lighthouse ist eine gewichtete Summe aus fünf Labormesswerten [3]. Er schwankt zwischen zwei Messungen, und zwar meist nicht wegen Lighthouse, sondern wegen der Umstände: anderes Gerät, Browser-Erweiterungen, Virenscanner, Werbung oder Netzrouting [3]. Wer am eigenen schnellen Rechner 100 misst, hat noch nichts über das Telefon eines Besuchers auf dem Land gelernt.

Wir nutzen Lighthouse deshalb als Werkzeug, nicht als Versprechen. Messen Sie selbst, achten Sie auf die drei Werte statt auf die Gesamtzahl und messen Sie auf dem Smartphone-Profil. Und für eine Seite, die schon länger läuft, sind die Felddaten in der Google Search Console aussagekräftiger als jeder einzelne Test.

Was Sie Ihrem Kunden sagen können

Ein Satz reicht meist: „Google misst, wie schnell Ihre Seite lädt, reagiert und stillhält, und zwar bei echten Besuchern. Wir bauen so, dass alle drei Werte im grünen Bereich liegen, und prüfen das auch nach dem Livegang.“ Zur Einordnung hilft der Vergleich: 2024 schaffte das auf dem Smartphone weniger als die Hälfte der Websites [4].

Fragen zu den Core Web Vitals

Reicht ein Lighthouse-Wert von 90?

Für den Laborwert ja: Lighthouse zeigt 90 bis 100 als gut an. Der Wert ist aber eine gewichtete Summe aus Labormessungen und schwankt zwischen zwei Durchläufen. Wichtiger sind die drei Core Web Vitals bei echten Besuchern. Eine Seite mit 92 Punkten und grünen Felddaten ist besser als eine mit 100 im Labor und roten Werten im Alltag.

Wo sieht unser Kunde die echten Werte seiner Website?

In der Google Search Console im Bericht zu den Core Web Vitals und in PageSpeed Insights, dort im oberen Teil mit den Daten echter Nutzer. Beides gibt es erst, wenn die Seite genug Besucher hat. Bei neuen oder kleinen Seiten bleibt zunächst die Labormessung.

Warum ist die Website am Handy langsamer als am Desktop?

Ein Telefon hat weniger Rechenleistung und oft ein langsameres Netz. JavaScript braucht dort deutlich länger, und große Bilder dauern länger zum Laden. Deshalb bewertet Google Smartphone und Desktop getrennt, und deshalb messen wir zuerst auf dem Smartphone-Profil.

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Für Agenturen

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Quellen

  1. web.dev, Web Vitals · abgerufen am 29.10.2026
  2. web.dev, Interaction to Next Paint is officially a Core Web Vital (März 2024) · abgerufen am 29.10.2026
  3. Chrome for Developers, Lighthouse performance scoring · abgerufen am 29.10.2026
  4. HTTP Archive, Web Almanac 2024: Performance (11.11.2024) · abgerufen am 29.10.2026
  5. Google Search Central, Understanding Google Page Experience · abgerufen am 29.10.2026

Recherchiert mit KI-Unterstützung, mit Quellen belegt und inhaltlich geprüft von Mike Joerihsen am .

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