Freelancer, Subunternehmer oder eigene Stelle? Was sich für Agenturen rechnet
103 €pro Stunde verlangen Freelancer im deutschsprachigen Raum im Schnitt, laut Freelancer-Kompass 2026 [2]
Drei Wege zur Website ohne eigene Abteilung: Freelancer auf Stundenbasis, ein Partner zum Fixpreis oder eine eigene Stelle. Was jeder kostet, wo die Risiken liegen und welcher zu welcher Agentur passt.
Die kurze Antwort
Ein Freelancer passt, wenn Sie selbst technisch führen können und nur zusätzliche Hände brauchen. Ein Partner zum Fixpreis passt, wenn Sie fertige Websites verkaufen wollen, ohne sich um Technik und Betrieb zu kümmern. Eine eigene Stelle passt, wenn Sie so viele Projekte haben, dass eine Person das ganze Jahr ausgelastet ist, und jemand im Team sie fachlich anleiten kann.
Die meisten Agenturen, mit denen wir arbeiten, liegen in der Mitte: zu viele Websites, um sie nebenbei zu bauen, zu wenige für eine eigene Abteilung. Unten finden Sie einen kurzen Check, der Ihnen eine erste Richtung gibt.
Die drei Wege in Zahlen
Drei Wege im Vergleich
| Kriterium | Freelancer nach Stunden | Partner zum Fixpreis | Eigene Stelle |
|---|---|---|---|
| Abrechnung | nach Aufwand | fester Preis je Projekt | Gehalt, jeden Monat |
| Wer trägt das Risiko, wenn es länger dauert? | Sie | der Partner | Sie |
| Kosten in Monaten ohne Projekt | keine | keine | volles Gehalt plus Nebenkosten |
| Technische Führung | bei Ihnen | beim Partner | bei Ihnen |
| Urlaub und Krankheit | oft keine Vertretung | Vertretung vereinbaren | fehlt in der Zeit, bezahlt wird trotzdem |
| Suche und Einarbeitung | kurzfristig, je nach Verfügbarkeit | ab dem ersten Projekt | oft Monate, gute Leute sind knapp |
| Betrieb nach dem Livegang | selten mit dabei | Wartung mit festen Tarifen | bindet die Stelle dauerhaft |
| Rechtliches Risiko | Scheinselbstständigkeit bei enger Einbindung | gering, wenn ein Werk vereinbart ist | Arbeitgeberpflichten |
Eine Übersicht nach unserer Erfahrung, kein Urteil über einzelne Freelancer. Viele arbeiten selbst mit Festpreisen und Wartungsverträgen, dann verschwimmen die Grenzen.
Was ein Freelancer gut kann
Freelancer sind schnell verfügbar, oft stark spezialisiert und unkompliziert. Wenn Ihr Team ein Projekt technisch führt und nur für ein paar Wochen jemanden braucht, der Templates baut oder ein Plugin anpasst, ist ein Freelancer oft die beste Lösung. Sie bezahlen genau die Stunden, die Sie brauchen, und behalten jede Entscheidung bei sich.
Der Haken liegt in der Kalkulation. Der durchschnittliche Stundensatz im deutschsprachigen Raum liegt bei 103 € [2]. Wie viele Stunden ein Projekt braucht, wissen Sie aber erst am Ende. Ihrem Kunden haben Sie dagegen längst einen Preis genannt. Jede Stunde mehr geht von Ihrer Marge ab.
Wo es rechtlich heikel wird
Arbeitet ein Freelancer über Monate fest in Ihrem Team, zu Ihren Zeiten, nach Ihren Weisungen und in Ihren Abläufen, kann das als Anstellung gewertet werden. Entscheidend ist das Gesamtbild, nicht die Bezeichnung im Vertrag [4]. In Deutschland muss der Auftraggeber dann den gesamten Sozialversicherungsbeitrag nachzahlen, also Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil, grundsätzlich für vier Jahre zurück, bei Vorsatz für 30 [4]. Klarheit schafft dort ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung [4].
In Österreich ist es ähnlich: Ob ein Werkvertrag, ein freier Dienstvertrag oder ein echtes Dienstverhältnis vorliegt, hängt davon ab, wie die Zusammenarbeit tatsächlich gelebt wird [5]. Ein echtes Werk ist vertraglich konkretisiert, wird nach eigenem Plan mit eigenen Mitteln erstellt, und wer es liefert, haftet für Mängel und darf sich vertreten lassen [5][6]. Stellt eine Prüfung fest, dass es in Wahrheit ein Dienstverhältnis war, kann das teuer werden [5].
Ein Partner, der ein beschriebenes Ergebnis zum Fixpreis liefert, mit eigenem Betrieb und mehreren Auftraggebern, ist genau dieses Modell. Orientierung, keine Rechtsberatung; im Zweifel klärt das Ihre Steuer- oder Rechtsberatung.
Welcher Weg passt zu Ihrer Agentur?
Vier Fragen, eine erste Richtung. Der Check läuft in Ihrem Browser, es werden keine Daten übertragen.
Ihre Einschätzung
Eine grobe Orientierung, kein Ersatz für Ihre eigene Rechnung.
Ehrlich gesagt: Auch wir sind klein
mjoe dsgn ist kein Konzern. Sie haben es mit Mike Joerihsen zu tun, seit 1998 im Web, von der ersten Frage bis zum Livegang. Braucht ein Projekt mehr, kommen befreundete Agenturen und erfahrene Freelancer dazu, mit denen wir seit Jahren arbeiten, nach unseren Vorgaben und unter unserer Verantwortung. Mehr dazu auf der Seite Über mich.
Der Unterschied zu einem Freelancer liegt also nicht in der Größe, sondern im Modell: Wir verkaufen fertige Websites zum Fixpreis statt Stunden, wir bleiben nach dem Livegang mit Wartung und klaren Reaktionszeiten zuständig, und wir arbeiten nach festen white-label-Regeln. Code, Inhalte und Zugänge liegen in offenen Systemen, damit bei Urlaub oder Krankheit jemand anderes weitermachen kann. Wie die Zusammenarbeit im Alltag läuft, steht im Artikel So funktioniert die Zusammenarbeit.
Wir verkaufen keine Stunden. Wir verkaufen fertige Websites, und wir bleiben danach zuständig.
Fragen zu Freelancer und Partner
Was unterscheidet Sie von einem Freelancer?
Weniger die Größe als das Modell. Wir verkaufen fertige Websites zum Fixpreis statt Stunden, bleiben nach dem Livegang mit Wartung zuständig und arbeiten nach festen white-label-Regeln. Braucht ein Projekt mehr Hände, holen wir Partner aus unserem Netzwerk dazu; Ihre Ansprechperson bleibt dieselbe.
Lohnt sich nicht irgendwann eine eigene Stelle für Webentwicklung?
Erst, wenn Sie das ganze Jahr genug Projekte für eine volle Stelle haben und jemand im Team sie fachlich anleiten kann. Bei 3.500 € brutto kostet eine Stelle in Österreich mit 14 Gehältern und rund 30 % Lohnnebenkosten etwa 63.500 € im Jahr, so viel wie rund 16 Websites der Größe M bei uns. Bezahlt werden auch Urlaub und Krankenstand, und gute Leute zu finden dauert oft Monate.
Müssen wir bei einem externen Partner Scheinselbstständigkeit fürchten?
Das Risiko entsteht vor allem, wenn jemand wie ein Angestellter arbeitet: zu Ihren Zeiten, nach Ihren Weisungen, fest in Ihrem Team. Wir liefern ein beschriebenes Ergebnis zum Fixpreis, mit eigenem Betrieb, eigenen Mitteln und mehreren Auftraggebern. Entscheidend ist aber immer, wie die Zusammenarbeit gelebt wird; im Zweifel klärt das Ihre Steuer- oder Rechtsberatung.
Fixpreis statt Stunden
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Quellen
- mjoe dsgn, eigene Projektzahlen und Paketpreise, Stand November 2026 · abgerufen am 2.11.2026
- freelancermap, Freelancer-Kompass 2026: rund 5.400 Befragte im DACH-Raum · abgerufen am 2.11.2026
- ORF, Lohnnebenkosten der Dienstgeber über Jahre leicht gesunken (WIFO-Schätzung für 2026), 24. Februar 2026 · abgerufen am 2.11.2026
- IHK Lüneburg-Wolfsburg, Scheinselbstständigkeit und arbeitnehmerähnliche Selbstständige · abgerufen am 2.11.2026
- WKO Vorarlberg, Nicht überall wo Werkvertrag draufsteht, ist auch ein Werk drin, Stand Dezember 2018 · abgerufen am 2.11.2026
- WKO, Beschäftigungsformen: Wesentliche Unterschiede zwischen Dienstvertrag, freiem Dienstvertrag und Werkvertrag · abgerufen am 2.11.2026
Diese Inhalte sind eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Ihrer Situation wenden Sie sich an eine Rechtsberatung oder die zuständige Behörde.