Webentwicklung auslagern: Worauf Agenturen achten sollten
29,59 %Lohnnebenkosten kommen in Österreich auf jeden Euro Bruttolohn einer eigenen Stelle dazu, laut WIFO für 2026 [2]
Webdesign und Webentwicklung auslagern lohnt sich, wenn Sie Projekte verkaufen, aber keine Abteilung auslasten. Was es kostet, was in die Vereinbarung gehört und was Sie besser selbst behalten.
Die kurze Antwort
Auslagern heißt: Sie verkaufen die Website, ein Partner gestaltet, baut und betreibt sie. Ihr Kunde bleibt Ihr Kunde, Sie behalten Konzept, Beratung und Marge. Was Sie abgeben, ist der Teil, der Zeit frisst und Fachwissen braucht, das sich ständig ändert: Code, Updates, Barrierefreiheit, Ladezeit, Mehrsprachigkeit.
Ob sich das rechnet, hängt vor allem an einer Frage: Können Sie eine eigene Stelle das ganze Jahr auslasten? Wenn nicht, bezahlen Sie in ruhigen Monaten Kapazität, die niemand nutzt. Dieser Artikel zeigt, wie Sie das durchrechnen, welche Modelle es gibt und was in die Vereinbarung mit einem Partner gehört. Wir machen das seit 2014, mit über 150 Agenturprojekten [1].
Auslagern in Zahlen
Wann sich Auslagern rechnet
Eine einfache Rechnung hilft. Angenommen, Sie stellen in Österreich jemanden für Webentwicklung mit 3.500 € brutto im Monat ein. Bei 14 Gehältern sind das 49.000 € im Jahr. Dazu kommen rund 29,59 % Lohnnebenkosten [2], zusammen also rund 63.500 €. Noch nicht eingerechnet: Arbeitsplatz, Rechner, Lizenzen und Weiterbildung.
Für denselben Betrag bekommen Sie bei uns rund 16 Websites der Größe M auf WordPress mit Bricks, oder knapp 11, wenn wir die Gestaltung gleich mitmachen [1]. Zum Fixpreis, mit Livegang, und ohne Kosten in Monaten ohne Projekt. Eine eigene Stelle beginnt sich erst zu lohnen, wenn Sie dauerhaft mehr Projekte haben, als eine Person schafft. Dann braucht es aber meist mehr als eine Person: Gestaltung, Entwicklung, Betrieb und jemanden, der im Urlaub einspringt.
Die zweite Rechnung ist die Ihres Angebots. Mit einem Fixpreis kalkulieren Sie auf einer festen Zahl und legen Ihre Marge selbst fest. Wird nach Stunden abgerechnet, liegt das Risiko bei Ihnen: Läuft ein Projekt länger, schrumpft die Marge, und Ihr Kunde hat den Preis längst unterschrieben. Wie wir unsere Pakete kalkulieren, steht im Artikel Fixpreis statt Stunden.
Was in keiner Gehaltsrechnung steht
14 Gehälter, weniger Arbeitswochen. In Österreich stehen jeder angestellten Person im Regelfall fünf Wochen Urlaub im Jahr zu [6]. Dazu kamen 2025 im Schnitt 14,7 Kalendertage im Krankenstand [7], also rund zwei Wochen. Bleiben höchstens 45 Wochen, in denen gebaut wird, noch bevor die Feiertage abgezogen sind. Bezahlt werden trotzdem 14 Gehälter.
Und genau dann fehlt jemand. Urlaub und Krankheit kommen selten in ruhigen Wochen. Ist die einzige Person für Webentwicklung im Urlaub, wartet der Kunde auf seine Änderung, oder Sie suchen kurzfristig Ersatz, der das Projekt nicht kennt.
Gute Leute sind schwer zu finden. Allein im IT-Bereich sind in Österreich rund 24.000 Stellen unbesetzt [8]. Wer Websites gestalten, sauber bauen, barrierefrei umsetzen und betreiben kann, sucht sich die Stelle aus. Bis jemand gefunden und eingearbeitet ist, vergehen oft Monate, und geht die Person wieder, beginnt die Suche von vorn, samt dem Wissen über Ihre Projekte, das mit ihr geht.
Ein Partner mit eigenem Netzwerk fängt das ab: Urlaub und Krankheit sind seine Sache, nicht Ihre, und Sie bezahlen nur fertige Projekte. Wie wir Vertretung regeln, steht im Artikel Kapazität und Reaktionszeiten.
So lagern Sie das erste Projekt aus
Ein passendes Projekt wählenvor der Anfrage
Am besten eines mit klarem Umfang und einem Kunden, der Inhalte liefern kann. Ein Onepager oder eine Website bis zwölf Seiten zeigt schnell, ob die Zusammenarbeit trägt.
Eckdaten schicken1–2 Werktage
Branche, grober Umfang, Corporate Design, Wunschtermin. Zurück kommen Paketgröße, Stack-Empfehlung, Fixpreis und ein Starttermin, den der Partner halten kann.
Rollen und Regeln festlegenKickoff
Wer spricht mit dem Kunden, wer holt Freigaben ein, wie heißen Vorschau und Absenderadressen. Einmal schriftlich, dann gilt es für jedes weitere Projekt.
Freigaben über Siedrei Punkte
Gestaltung, fertige Startseite, Gesamtabnahme. Sie bekommen Material, das Sie direkt an Ihren Kunden weiterleiten können, ohne fremden Namen.
Betrieb klärenvor dem Livegang
Wer macht Updates, Backups und kleine Änderungen? Ausgelagert ist eine Website erst richtig, wenn auch das geregelt ist.
Was in die Vereinbarung gehört
Ein beschriebenes Ergebnis statt Arbeitszeit. Ein Werkvertrag schuldet ein konkretes Ergebnis, etwa eine fertige Website mit festgelegtem Umfang, und der Auftragnehmer arbeitet nach eigenem Plan mit eigenen Mitteln [4]. Das schützt Ihre Kalkulation, und es grenzt die Zusammenarbeit klar von einem Dienstverhältnis ab. Mehr dazu im Artikel Freelancer, Subunternehmer oder eigene Stelle?.
Umfang und Änderungen. Welche Seiten, welche Funktionen, wie viele Korrekturrunden, und was passiert, wenn Ihr Kunde nach einer Freigabe etwas Neues will. Gut ist eine Regel, nach der Mehraufwand vorher mit Preis genannt wird, nie hinterher.
Nutzungsrechte und Übergabe. Sie müssen die Website Ihrem Kunden übergeben, dauerhaft betreiben und von jemand anderem weiterentwickeln lassen dürfen. Achten Sie auf offene Systeme ohne proprietäres Theme und auf eine Übergabe mit allen Zugängen. Wie wir das regeln, steht im Artikel White-label in der Praxis.
Datenschutz. Sobald der Partner im Betrieb personenbezogene Daten sieht, etwa Formulareingaben, braucht es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO [5]. Sitzt der Partner außerhalb der EU, gelten zusätzlich die Regeln für Übermittlungen in Drittländer nach Art. 44 ff. DSGVO [5]. Auch deshalb lohnt sich ein Partner in der Nähe: gleiche Rechtslage, gleiche Zeitzone, gleiche Sprache.
White-label. Schriftlich festhalten, dass der Partner nicht von sich aus an Ihre Kunden herantritt, keine Signatur im Code hinterlässt und Projekte nur mit Ihrer Freigabe als Referenz nennt. Orientierung, keine Rechtsberatung.
Check vor dem Auslagern
0 von 10 erledigt
Was Sie besser selbst behalten
Auslagern heißt nicht abgeben. Behalten Sie, was Ihre Agentur ausmacht: die Beziehung zum Kunden, das Verständnis für sein Geschäft, die Strategie, das Konzept und den Endpreis. Das sind die Dinge, für die Ihr Kunde Sie beauftragt hat.
Abgeben können Sie, was Ihr Kunde nie sieht, aber jeden Tag merkt: ob die Seite schnell lädt, ob sie mit dem Handy funktioniert, ob sie barrierefrei ist und ob nach dem nächsten Update noch alles läuft. Dafür braucht es Fachwissen, das sich laufend ändert, und genau das muss sich nicht jede Agentur selbst aufbauen.
Auslagern heißt nicht abgeben. Sie behalten den Kunden, wir kümmern uns um den komplizierten Teil.
Fragen zum Auslagern
Können wir die Webentwicklung komplett an Sie auslagern?
Ja. Sie verkaufen die Website und führen den Kunden, wir übernehmen Gestaltung, Umsetzung und Betrieb, white-label und zum Fixpreis. Sie behalten Konzept, Beratung und Marge. Viele Agenturen arbeiten seit Jahren so mit uns, ohne eigene Entwicklung im Haus.
Was kostet es, die Webentwicklung auszulagern?
Sie bezahlen pro Projekt, nicht pro Monat. Auf WordPress mit Bricks kostet ein Onepager bis fünf Seiten 1.900 €, bis zwölf Seiten 3.900 €, größere Websites ab 6.500 €, Statamic etwas mehr, Gestaltung auf Wunsch dazu. Alle Preise netto für Agenturen; Ihre Marge legen Sie selbst fest. Wartung gibt es ab 29 € im Monat.
Lohnt sich nicht irgendwann eine eigene Stelle für Webentwicklung?
Erst, wenn Sie das ganze Jahr genug Projekte für eine volle Stelle haben und jemand im Team sie fachlich anleiten kann. Bei 3.500 € brutto kostet eine Stelle in Österreich mit 14 Gehältern und rund 30 % Lohnnebenkosten etwa 63.500 € im Jahr, so viel wie rund 16 Websites der Größe M bei uns. Bezahlt werden auch Urlaub und Krankenstand, und gute Leute zu finden dauert oft Monate.
Erstes Projekt auslagern
Schicken Sie uns Branche, Umfang und Wunschtermin. Sie bekommen in der Regel innerhalb von zwei Werktagen Paketgröße, Fixpreis und Starttermin.
Erst einmal reden? Rückruf vereinbaren
Weiterlesen
- Freelancer, Subunternehmer oder eigene Stelle? Was sich für Agenturen rechnetDrei Wege zur Website ohne eigene Abteilung: Freelancer auf Stundenbasis, ein Partner zum Fixpreis oder eine eigene Stelle. Was jeder kostet, wo die Risiken liegen und welcher zu welcher Agentur passt.
- Relaunch ohne Ranking-Verlust: Wie eine neue Website ihre Besucher behältBei einem Relaunch gehen oft Besucher verloren, weil alte Adressen ins Leere laufen. Mit sauberer Umleitung, Zuordnung jeder Seite und Kontrolle danach bleibt erhalten, was die alte Seite bei Google aufgebaut hat.
- Vier Märkte, ein Partner: Österreich, Liechtenstein, Schweiz, DeutschlandWir sitzen in Österreich und arbeiten für Agenturen in vier Ländern. Was das für Rechnung und Umsatzsteuer heißt, warum auf der Rechnung an eine deutsche oder Schweizer Agentur keine Steuer steht und was gleich bleibt.
Quellen
- mjoe dsgn, eigene Projektzahlen und Paketpreise, Stand November 2026 · abgerufen am 2.11.2026
- ORF, Lohnnebenkosten der Dienstgeber über Jahre leicht gesunken (WIFO-Schätzung für 2026), 24. Februar 2026 · abgerufen am 2.11.2026
- freelancermap, Freelancer-Kompass 2026: rund 5.400 Befragte im DACH-Raum · abgerufen am 2.11.2026
- WKO, Beschäftigungsformen: Wesentliche Unterschiede zwischen Dienstvertrag, freiem Dienstvertrag und Werkvertrag · abgerufen am 2.11.2026
- EUR-Lex, Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 28 Auftragsverarbeiter und Art. 44 ff. Übermittlung in Drittländer · abgerufen am 2.11.2026
- AMS, Urlaubsanspruch in Österreich · abgerufen am 2.11.2026
- WKO, Fehlzeitenreport 2026 (WIFO): Krankenstände 2025, 2. Juli 2026 · abgerufen am 2.11.2026
- WKO Kärnten, UBIT: Das tun wir gegen den Fachkräftemangel, 9. Dezember 2024 · abgerufen am 2.11.2026
Diese Inhalte sind eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Ihrer Situation wenden Sie sich an eine Rechtsberatung oder die zuständige Behörde.