Mehrsprachige Websites mit WordPress: Adressen, hreflang, Übersetzung
Phase 4von vier auf der WordPress-Roadmap: Erst dann ist Mehrsprachigkeit im Kern vorgesehen, bis dahin braucht es eine Erweiterung [6]
WordPress kann von Haus aus keine mehrsprachigen Inhalte, das übernimmt eine Erweiterung. Entscheidend ist, dass Adressen, Sprachangaben, Felder und Menüs von Anfang an sauber geplant sind und die Seite schnell bleibt.
Was WordPress mitbringt und was nicht
Die kurze Antwort: WordPress übersetzt seine eigene Oberfläche in viele Sprachen, mehrsprachige Inhalte kennt es aber nicht. Die WordPress-Roadmap führt eine Umsetzung von Mehrsprachigkeit im Kern als vierte und letzte Phase, nach Bearbeiten, Gestalten und Zusammenarbeiten [6]. Bis dahin übernimmt eine Erweiterung die Sprachen, verbreitet sind zum Beispiel WPML, Polylang und TranslatePress. Wir setzen WPbricks ML ein, unsere eigene, schlanke Sprachlösung, gebaut für Bricks, Gutenberg und ACF.
Für Agenturen heißt das: Die Sprachlösung ist eine Entscheidung für Jahre, nicht für den Launch. Sie bestimmt, wie Adressen aussehen, wie die Redaktion übersetzt und wie schnell die Seite bleibt. Ein Wechsel später ist möglich, aber aufwendig. Hängt die Sprache in der Adresse an der Erweiterung, verlieren die Adressen ihre Sprachangabe, sobald sie abgeschaltet wird; die Polylang-Dokumentation weist selbst ausdrücklich darauf hin [10]. Das ist kein Argument gegen eine bestimmte Lösung, sondern eines für saubere Planung: Ähnliches ist bei jedem Wechsel zu bedenken.
Gute Mehrsprachigkeit in WordPress ist deshalb weniger eine Frage des Werkzeugs als der Struktur: Welche Adresse bekommt jede Sprache, welche Felder werden übersetzt und welche gelten für alle, und wer pflegt was. Wenn das vor dem ersten Template feststeht, kommen neue Sprachen später dazu, ohne dass die Website umgebaut werden muss. Wie dieselbe Aufgabe auf Statamic aussieht, wo Sprachen eingebaut sind, steht unter Mehrsprachig mit Statamic.
Unterverzeichnis, Subdomain oder eigene Domain
| Kriterium | Unterverzeichnis | Subdomain | Eigene Domain je Land |
|---|---|---|---|
| Beispiel | example.com/fr/ | fr.example.com | example.fr |
| Stärke laut Google | einfach eingerichtet, wenig Pflege, ein Host [1] | einfach eingerichtet, Sprachen gut trennbar [1] | klares Signal für ein Land, Server egal [1] |
| Schwäche laut Google | Land aus der Adresse unklar, schwer zu trennen [1] | unklar, ob „fr“ Sprache oder Land meint [1] | Kosten, Verfügbarkeit, mehr Infrastruktur [1] |
| Passt, wenn | eine Marke mehrere Sprachen hat, der häufigste Fall | Sprachen getrennt betrieben werden | jeder Markt eigenständig auftritt |
Adressen mit Parametern wie ?lang=fr empfiehlt Google nicht, Sprachen nur über Cookies oder Browsereinstellungen umzuschalten ebenfalls nicht: Jede Sprachversion braucht eine eigene Adresse [1]. Die Zeile „Passt, wenn“ ist unsere Einschätzung. Welche Variante zur Marketingstrategie passt, entscheiden Sie mit Ihrem Kunden.
Sprachangabe und hreflang
Zwei technische Angaben gehören zu jeder Sprachversion, und beide werden gern verwechselt.
Die Sprachangabe im HTML. Das Attribut lang am html-Element nennt die Sprache der Seite; das W3C empfiehlt, es immer zu setzen [3]. Vor allem Screenreader brauchen es, um Text richtig auszusprechen, und die WCAG verlangen es [4]. In WordPress gibt es dafür eine eigene Funktion, die das Theme im Kopf der Seite aufruft [8]. Die Sprachlösung muss dafür sorgen, dass dort auf der französischen Seite auch Französisch steht und nicht die Grundsprache der Installation. Steht ein Absatz in einer anderen Sprache, bekommt er eine eigene Angabe [3].
Die Verweise zwischen den Sprachversionen. Mit hreflang teilt eine Seite Suchmaschinen mit, unter welcher Adresse es sie in welcher Sprache gibt. Jede Version nennt sich selbst und alle anderen; verweisen zwei Seiten nicht gegenseitig aufeinander, ignoriert Google die Angaben [2]. Die Sprache steht als Code nach ISO 639-1, eine Region darf folgen, aber nie allein stehen: de-CH ist erlaubt, CH nicht [2]. Für alle, deren Sprache nicht angeboten wird, gibt es die Rückfallversion x-default [2]. Ob die Angaben im HTML-Kopf, im HTTP-Header oder in der Sitemap stehen, ist für Google gleichwertig [2].
Wichtig für die Erwartungen: Weder hreflang noch lang entscheiden für Google, in welcher Sprache eine Seite ist; das erkennt Google am sichtbaren Inhalt [1][2]. Die Angaben helfen, die richtige Version auszuspielen, sie ersetzen keine Übersetzung. Wir erzeugen sie automatisch aus der Zuordnung der Seiten, damit sie auch nach dem hundertsten neuen Beitrag vollständig sind. Das ist saubere technische Basis, keine SEO-Beratung.
Each language version must list itself as well as all other language versions.
ÜbersetzungJede Sprachversion muss sich selbst und alle anderen Sprachversionen aufführen.
Was übersetzt wird
| Kriterium | Worauf wir achten |
|---|---|
| Seiten, Beiträge, eigene Inhaltstypen | der Hauptinhalt vollständig, nicht nur Navigation und Fußzeile [1][2] |
| Felder (ACF) | je Feld festlegen: übersetzen, für alle Sprachen gleich oder je Sprache eigener Wert [9] |
| Menüs | je Sprache, nur mit Seiten, die es in dieser Sprache gibt |
| Slugs (Adressteile) | übersetzt und lesbar, einmal festgelegt und danach stabil |
| SEO-Titel, Beschreibung, Alternativtexte | je Sprache eigene Texte, nicht die deutschen übernommen |
| Formulare | Beschriftungen, Fehlermeldungen, Bestätigungsseite und E-Mails |
| Shop | Produkte, Kategorien, Merkmale, Kasse und Kunden-E-Mails, je Projekt geklärt |
| Oberflächentexte | Buttons, „Weiterlesen“, Datumsformate, Meldungen der Vorlage |
| Rechtstexte | Impressum, Datenschutz, AGB je Sprache, Übersetzung durch Fachleute |
Die Einteilung ist unsere Arbeitsliste aus Projekten. Die Feldoptionen sind am Beispiel der WPML-Dokumentation belegt [9], andere Lösungen bieten Vergleichbares. Die Zahlen in eckigen Klammern verweisen auf die Quellenliste.
Felder, Slugs und Metadaten richtig planen
Der teuerste Fehler bei mehrsprachigen WordPress-Seiten passiert nicht beim Übersetzen, sondern beim Anlegen der Felder. Ein Preis, ein Foto, eine Telefonnummer oder eine Koordinate ist in jeder Sprache gleich; ein Titel, ein Teaser oder ein Button-Text nicht. Gängige Sprachlösungen bieten deshalb pro Feld eine Wahl, etwa übersetzen, kopieren, einmal kopieren und dann je Sprache pflegen, oder gar nicht übernehmen [9]. Wer das für jedes Feld bewusst entscheidet, spart der Redaktion später doppelte Pflege und verhindert, dass ein geänderter Preis in einer Sprache vergessen wird.
Bei den Slugs, also den Adressteilen wie /fr/chambres/, gilt: übersetzen, aber nur einmal. Eine Adresse, die nach dem Launch noch wechselt, braucht eine Weiterleitung, sonst laufen Links und Lesezeichen ins Leere. Die Sprache selbst liest Google aus dem Inhalt, nicht aus der Adresse [1]; übersetzte Slugs sind also vor allem für Menschen da, die eine Adresse lesen oder teilen.
SEO-Titel, Beschreibungen und Alternativtexte gehören zur Übersetzung dazu. Fehlen sie, erscheint in der französischen Suche ein deutscher Titel, und ein Screenreader liest französischen Nutzern deutsche Bildbeschreibungen vor. Für Agenturen ist das die Stelle, an der Übersetzungsangebote am häufigsten zu knapp kalkuliert sind.
Der Sprachumschalter
Der Umschalter ist das sichtbarste Stück Mehrsprachigkeit und das, woran Besucher am schnellsten scheitern. Google rät ausdrücklich davon ab, Besucher anhand vermuteter Sprache automatisch umzuleiten, weil sie und Suchmaschinen dann nicht mehr alle Versionen erreichen; stattdessen sollen Links auf die anderen Sprachversionen die Wahl lassen [1]. Wir bauen den Umschalter deshalb als normale Links, die auf dieselbe Seite in der anderen Sprache führen, nicht auf die Startseite.
Jede Sprache steht im Umschalter in ihrer eigenen Sprache, also „Français“ statt „Französisch“, und trägt eine eigene Sprachangabe, damit ein Screenreader sie richtig ausspricht [5]. Auf Flaggen verzichten wir, weil sie Länder zeigen und keine Sprachen: Deutsch spricht man in Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz. Gibt es eine Seite in einer Sprache nicht, führt der Umschalter zur nächsten sinnvollen Seite dieser Sprache oder blendet den Eintrag aus, aber nie in eine Fehlerseite.
Übersetzen: KI mit Prüfung, Fachleute für heikle Texte
Wer die Texte liefert, legen wir zu Beginn fest. Oft liefert Ihre Agentur oder Ihr Kunde die Übersetzung, wir bauen sie ein. Auf Wunsch übersetzen wir automatisiert mit Claude vor, ohne Gewähr. Das ist ein Werkzeug in erfahrenen Händen, kein Knopfdruck: Wir arbeiten mit einem Glossar der Fachbegriffe Ihres Kunden, übersetzen Metadaten und Alternativtexte mit und lassen jede Sprache von jemandem prüfen, der Sprache und Branche kennt. Ein Prompt macht noch keine Website, und auch keine Sprachversion.
Für Rechtstexte, Verträge und fachlich heikle Inhalte, etwa Medizin, Technik mit Sicherheitsbezug oder Finanzen, empfehlen wir eine Fachübersetzung. Halb übersetzte Seiten vermeiden wir: Google wertet Sprachversionen, deren Hauptinhalt unübersetzt bleibt, als Duplikate [2]. Mehr zum Vorgehen mit KI steht unter Übersetzen mit KI.
Wo Mehrsprachigkeit bremst
Mehrsprachigkeit ist in WordPress eine der häufigsten Ursachen dafür, dass eine sonst schlanke Seite langsam wird. Das WordPress-Handbuch sagt es allgemein: Zahl und Leistung der Plugins haben großen Einfluss auf das Tempo einer Seite [7]. Eine Sprachlösung greift tiefer ein als die meisten, weil sie bei jedem Aufruf mitentscheidet, welche Inhalte, Menüs und Texte geladen werden.
Nach unserer Erfahrung bremsen vor allem vier Dinge: zusätzliche Datenbankabfragen bei jedem Seitenaufruf, um Übersetzungen zuzuordnen; große Tabellen mit übersetzten Einzeltexten, die bei jeder Seite durchsucht werden; Skripte und Stile der Sprachlösung, die auch im Frontend laden, obwohl Besucher sie nicht brauchen; und ein Backend, das mit jeder Sprache träger wird. Ein Seiten-Cache verdeckt vieles für Besucher, aber nicht für die Redaktion, und ein dauerhafter Objekt-Cache spart Wege zur Datenbank [7], löst aber das Grundproblem nicht.
Deshalb messen wir vor und nach dem Einbau einer Sprache, auf dem Smartphone und im Backend. Unsere Sprachlösung ist bewusst schlank gehalten und lädt im Frontend nur, was die Seite braucht. Mehr zum Messen steht unter Performance in WordPress.
So bauen wir die Sprachen auf
Struktur festlegen · vor dem Bau
Sprachen, Adressvariante, Grundsprache und Rückfallversion klären, je Feld entscheiden: übersetzen oder für alle gleich.
Technik einrichten · beim Bau
Sprachangabe, hreflang, übersetzte Slugs, Menüs und Sprachumschalter, dazu Oberflächentexte, Formulare und E-Mails.
Texte liefern · je Sprache
Ihre Agentur oder Ihr Kunde liefert die Übersetzung. Auf Wunsch übersetzen wir mit KI vor, ohne Gewähr, Rechtstexte durch Fachleute.
Prüfen und messen · vor dem Livegang
Jede Sprache durchklicken, hreflang und Umschalter prüfen, Tempo messen. Vorschau ohne unser Branding, Freigabe durch Sie.
Pflegen · laufend
Neue Inhalte in allen Sprachen anlegen, Änderungen am Original nachziehen. In der Wartung gibt es dafür einen eigenen Tarif.
Pflege im Alltag
Nach dem Launch entscheidet sich, ob eine mehrsprachige Seite mehrsprachig bleibt. Das häufigste Problem ist nicht die Technik, sondern die Redaktion: Die deutsche Seite wird aktualisiert, die englische nicht, und nach einem Jahr erzählen beide etwas anderes. Wir richten die Redaktion deshalb so ein, dass Original und Übersetzung nebeneinander sichtbar sind und klar ist, wer welche Sprache pflegt.
Hilfreich ist eine einfache Regel, die Sie mit Ihrem Kunden vereinbaren: Eine Änderung gilt erst als erledigt, wenn alle Sprachen nachgezogen sind, oder es ist bewusst festgelegt, dass eine Seite nur in einer Sprache existiert. Mehrsprachigkeit ist ein Add-on zu jedem Paket, jede weitere Sprache kommt einzeln dazu; die Preise stehen unter Pakete, für mehrsprachige Websites gibt es einen eigenen Tarif unter Wartung.
Fragen zu mehrsprachigen WordPress-Seiten
Braucht WordPress für mehrere Sprachen eine Erweiterung?
Ja. WordPress übersetzt seine eigene Oberfläche, mehrsprachige Inhalte sind im Kern aber erst als letzte Phase der Roadmap vorgesehen. Bis dahin übernimmt eine Erweiterung die Sprachen, verbreitet sind etwa WPML, Polylang und TranslatePress. Wir setzen eine schlanke eigene Sprachlösung für Bricks, Gutenberg und ACF ein.
Welche Adresse bekommt eine zweite Sprache?
Meist ein Unterverzeichnis wie example.com/fr/, das ist einfach eingerichtet und wenig Pflege. Subdomains oder eigene Domains je Land passen, wenn Märkte getrennt auftreten. Wichtig ist nur, dass jede Sprachversion eine eigene Adresse hat; Parameter wie ?lang=fr oder ein Umschalten nur per Cookie empfiehlt Google nicht.
Sollen Besucher automatisch in ihre Sprache umgeleitet werden?
Nein. Google rät davon ab, weil Besucher und Suchmaschinen sonst nicht mehr alle Sprachversionen erreichen. Wir bauen einen Sprachumschalter mit normalen Links, der auf dieselbe Seite in der anderen Sprache führt, jede Sprache in ihrer eigenen Sprache benannt und ohne Flaggen.
Wird WordPress durch mehrere Sprachen langsamer?
Das kann passieren, weil eine Sprachlösung bei jedem Seitenaufruf mitentscheidet, was geladen wird. Typische Bremsen sind zusätzliche Datenbankabfragen, große Tabellen mit Einzeltexten und Skripte, die auch im Frontend laden. Wir messen deshalb vor und nach dem Einbau einer Sprache und setzen eine bewusst schlanke Lösung ein.
Für Agenturen
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Quellen
- Google Search Central, Managing multi-regional and multilingual sites (aktualisiert 10.12.2025) · abgerufen am 30.10.2026
- Google Search Central, Tell Google about localized versions of your page (aktualisiert 21.9.2026) · abgerufen am 30.10.2026
- W3C Internationalization, Declaring language in HTML · abgerufen am 30.10.2026
- MDN Web Docs, lang (globales HTML-Attribut) · abgerufen am 30.10.2026
- W3C WAI, Understanding WCAG 2.2: Language of Parts (3.1.2) · abgerufen am 30.10.2026
- WordPress.org, Roadmap · abgerufen am 30.10.2026
- WordPress Developer Resources, Advanced Administration Handbook: Optimization · abgerufen am 30.10.2026
- WordPress Developer Resources, Code Reference: language_attributes() · abgerufen am 30.10.2026
- WPML-Dokumentation, How to Translate ACF Custom Fields (aktualisiert 6.10.2026) · abgerufen am 30.10.2026
- Polylang-Dokumentation, URL modifications · abgerufen am 30.10.2026
Recherchiert mit KI-Unterstützung, mit Quellen belegt und inhaltlich geprüft von Mike Joerihsen am .
Diese Inhalte sind eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Ihrer Situation wenden Sie sich an eine Rechtsberatung oder die zuständige Behörde.